Planungswettbewerb ’City Nord’, Reutlingen
Beim Planungs- und Ideenwettbewerb zur City Nord, Reutlingen, wurden wir mit einer Anerkennung ausgezeichnet.
Der Wettbewerb erfolgte in Zusammenarbeit mit
Walk Architekten, Reutlingen,
Wölffing-Seelig Landschaftsarchitekten / Ingenieure, Stuttgart,
B.A.U Büro für Angewandten Umweltschutz GmbH, Ostfildern-Kemnat.
Neubau Bierkultur-Hotel Schwanen, Ehingen a.d. Donau: Bierkultur-Hotel Schwanen Ehingen
by Hartmetz
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Bierkulturhotel Schwanen, Familie Miller, Ehingen a.d. Donau. Neues aus der Presse
In innerstädtischer Lage von Ehingen entsteht das neue Bierkulturhotel der Familie Miller. Anbei zwei aktuelle Auszüge aus der lokalen Presse.
Bierkulturhotel Schwanen in Ehingen
Mit dem Bau eines neuen Hotels soll der traditionsreiche Ehinger Brauerei- und Gaststättenbetrieb Schwanen in die Zukunft gehen.
In unmittelbarer Umgebung der jetzigen Gaststätte – direkt gegenüber der Schwanengasse – entstehen im Randbereich der historischen Altstadt mehrere Einzelgebäude mit 50 Gästezimmern, einem Seminar- und Frühstücksbereich, sowie einer Tiefgarage für 22 PKW-Plätze .
Sowohl die beiden Gebäude Schwanengasse 20, wie auch die im Jahre 2008 abgebrochene Scheuer, waren wirtschaftlich für den geplanten neuen Hotelbetrieb nicht zu nutzen und konnten daher nicht erhalten werden.
Dagegen bleibt die aus dem 14. Jahrhundert stammende historische Stadtmauer, die Jahrhunderte lang die südliche Längswand der alten Scheuer bildete, erhalten.
Sie wird denkmalgerecht gesichert, saniert und soll zukünftig als besonderes Zeugnis der mittelalterlichen Geschichte des Ortes in einem der neuen Hotelgebäude, dem „Stadtmauerhaus“ baulich und gestalterisch integriert werden.
Braukunst, Bierkultur hat in Ehingen lange Tradition – und unter dem Motto : „Ehingen Bierkulturstadt Deutschlands“ geht Ehingen so auch in die Zukunft.
Teil dieser Strategie ist der Schwanen und besonders das neue Bierkulturhotel.
Dieser Strategie, zum einen althergebrachtes zu bewahren, aufzunehmen, neu zu interpretieren, zum anderen aber kreativ und innovativ Neues zu wagen, versucht der Neubau architektonisch gerecht zu werden.
Ein Ensemble aus drei Satteldachbaukörpern, das die alte Gebäudestellung nahezu identisch übernimmt, gruppiert sich um einen zur Westseite freien kleinen Hofraum, der zusammen mit der Freifläche vor dem Hohen Haus einen attraktiven städtebau-lichen Innenbereich – offen zu der Schwanengasse hin – bildet.
Zu diesem, als Zugangsfläche, im Sommer als Biergarten gedachten Innenhof, orientieren sich mit ihren bodenhohen Verglasungen und vorgehängten Loggien alle Hotelzimmer von Haus 1 und 2.
Nur im Haus 3 – dem Stadtmauerhaus – liegen Zimmer abgewandt nach draußen, über die Stadtmauer hinweg zum südlichen Zwingergartenbereich.
In ihrer Traufhöhe, ihrer Dachneigung und ihrer Dachdeckung, in der Gliederung ihrer Giebel- und Trauffassaden (Hotelflurseiten), oder auch im Fassadenmaterial Putz-Holz-Ziegel, nehmen die Häuser Elemente, Strukturen, die städtebauliche Körnung der Ehinger Altstadt auf – ohne sie direkt zu kopieren.
Modern interpretierte Elemente wie schmale, fast schartenartige Fensterschlitze, verspringende raumhohe Öffnungen an den Giebeln mit Holzschiebeelementen – oder die jeweils eine gesamte Längsseite rasterförmig teilende Holzloggien, ergänzen diese an sich klassisch historische Bauform.
Ein besonderer Reiz entsteht an bzw. im Haus 3, dessen südliche Außenwand die alte Stadtmauer bildet, das sich jedoch über deren Mauerkrone hinaus um 2 weitere Geschosse erhebt – quasi wie im historischen Vorbild – halb auf der Stadtmauer „sitzt“:
Außen und innen wird dieser Dialog zwischen altem Mauerwerk und neuer Beton- und Holzkonstruktion sichtbar und führt zu einem spannenden Gegensatz, der sich besonders innerhalb der direkt an die Mauer gelegten „Stadtmauerzimmern“ thematisieren lässt.
Durch die Wiederverwendung vorhandener Baumaterialien, wie alten Tannen- und Eichenbalken der abgetragenen Bauten, den Riemenböden der alten Geschoss-decken, Stahl- und Beschlagsteilen der ehemaligen Scheunentore – eingesetzt jedoch als Rohmaterial für Böden, Möbel und Verkleidungen in den Gästezimmern, wird ein weiterer Bezug zur Vorgeschichte des Schwanen gesucht.
Das Thema Brauhandwerk, der Werkstatt- oder Manufakturcharakter alter Brauereien wird in der Innenarchitektur, den auf die Konstruktion reduzierten Materialien, einfacher Beleuchtungselemente, warmen Farben, einer klassisch handwerklichen Detailausbildung, spürbar.
Heutige Anforderungen an ein zeitgemäßes Hotel im Premium-Bereich werden dabei fast nebenbei und unscheinbar erfüllt – wie die hohen Anforderungen an die Gebäudehüllen (EnEV), Verwendung regenerativer Energiequellen, Klimatisierung aller Zimmer, W-Lan, individuelle Steuerung von Heizung, Lüftung, Kühlung jeden Zimmers.
Mit seiner aufs Projekt bezogen gestalteten Innenarchitektur, seinem auf das Thema Bierkultur abgestimmten Zimmerkonzept, versucht das Haus zwei weitere Voraussetzungen für einen erfolgreichen Betrieb zu erfüllen:
Einerseits:
- Gemütlichkeit, Wärme, Geborgenheit, sich wohlfühlen zu können.
Andererseits:
- Einzigartigkeit, Erlebnis, Reiz, überrascht werden wollen.
So entsteht in 24 von 50 Zimmern eine innenräumliche Interpretation einer alten Holzbierkiste, in der der Gast in einer Möbelskulptur aus glatten Werkstoffplatten, die Bett, Schrank Sitzgruppe in einem ist, schläft, liest, sich umzieht, fern sieht, arbeitet.
Auf die sonst übliche abgeteilte Nasszelle wird bewusst verzichtet: Dusche, Waschtisch, WC-Zelle, liegen frei zugänglich an der Innenwand zum Hotelflur. Der Innenraum der Zimmer wirkt deutlich großzügiger – schon der erste Blick des eintretenden Gastes gibt den ganzen Raum bis hinaus auf die Loggia frei.
Weitere Zimmer entstehen in den dritten Obergeschossen und Dachräumen, als über 2 Ebenen gehende Maisonettezimmer. Ihr besonderer Reiz liegt in der Trennung von Wirtschafts-, Sanitär-, Wohnbereich und dem im Dach liegenden Schlaf- und Arbeits-bereich.
Besonderes Schmankerl sind die 6 schon erwähnten Stadtmauer-Maisonette-Zimmer: Diese, im 1. OG. zugegangenen zweigeschossigen Räume, werden ausschließlich möbliert durch eine Stahl-Innenskulptur, die in einem einzigen Material Naßzelle, Zwischendecke, Treppe hinab zur unteren Schlafebene, mit einem schmalen Durchschlupf durch die Mauer zum Zwinger, verbindet.
Dieses begehbare, bewohnbare, glatte Stahlmaterial konkurriert spannungsvoll mit der groben Mauerwerks-oberfläche der alten Stadtmauer. Ergänzt mit viel warmem Licht, behaglichen Stoffen und frischen Accessoires entsteht ein Zimmer mit ganz eigenständigem Charme.
Im März 2011
Ulrich Schwille
Ansichten Bierkulturhotel Schwanen
Modell Stadtmauerzimmer
Projektbeteiligte:
Tragwerkplanung: Trakwerkeplus Ingenieursgesellschaft mbH & Co KG, RT
Prüfstatik: Ing.-Büro Sigler, Nürtingen
HLS-Planung: Ing.-Büro Hankiewicz, Trochtelfingen
Elektroplanung: Ingenieurbüro Zeeb+Frisch GmbH, Kirchentellinsfurt
Baugrunduntersuchung: BauGrund Süd Gesellschaft für Bohr und Geotechnik mbH, Bad Wurzach
Brandschutzsachverständiger: Lenz Sachverständige & Ingenieure GmbH, Weil am Rhein
Vermessung: Ingenieurbüro für Vermessung, Dipl.Ing. Anette Herrmann, Pfullingen
Sicherheits-und Gesundheitsschutz-Koordination: Ulrich Schwille Freie Architekten BDA
Verbauplanung: Ing.-Büro Dipl.-Ing. Eberhard Kromer, RT
Lüftungsgutachten: SITEC Sachverständige für Sicherheit, Winnenden







